Liebe Mirafreunde,
Leberwurst schmeckt selbst bei 36 Grad :-).
Im August war es wieder soweit. Wir packten unsere Siebensachen und wollten trotz Hitzewelle nach Targu Jiu in unser Tierheim fahren und unsere Fellnasen besuchen.
Die Fahrt ist zwar weit mit gut 1.860 Kilometern, aber verlief trotz Urlaubsverkehr recht gut. Unser erster Futterplatz ist an einem Parkplatz an der Donau, wo wir immer Straßenhunde antreffen und seit vielen Jahren das gestromte Geschwisterpaar füttern. Dieses war leider nicht dort, aber die anderen Hunde freuten sich sehr über das mitgebrachte Futter und die Reste unserer Reisebrote.
In den Karpaten trafen wir trotz Hitze einige Straßenhunde an, die sich ebenfalls über das mitgebrachte Wasser und Futter freuten. Herzlichen Dank an alle Spender und Unterstützer unseres Vereins- wir freuen uns immer sehr über Futterspenden.
Gegen Mittag des zweiten Reisetages kamen wir dann in Targu Jiu an und schauten uns die „neuen“ Bereiche unseres Tierheims an. Wie viele von Ihnen wissen, haben wir die alten Kuhhallen nicht weiter mieten können und bekamen im neuen Zwingerbereich eine weitere Reihe Zwinger dazu. Diese sind leider kleiner als der alte Bereich und gerade bei der Hitze im rumänischen Sommer war die Halle toll für die Tiere. Wir lernten viele der neuen Bewohner kennen und freuten uns, dass es ihnen trotz der Hitze recht gut ging. Sie nutzen die Schattenbereiche in den Zwingern, denn der Sand ist bei der Hitze natürlich auch sehr heiß.
Wir dachten schon, dass wir Halluzinationen hätten, weil wir so viele kleine blonde und weiße Wuschelhunde vorfanden: Struppi, Arne, Stefano, Menke, Milou.
Da sieht man, dass die rumänische Bevölkerung zwischenzeitlich auch Familienhunde und nicht nur Wachhunde an der Kette hält, aber sich anscheinend ja leider auch schnell wieder von ihnen trennt. Dies ist sehr traurig für die noch sehr jungen Tiere, aber wir werden uns natürlich bemühen gute Zuhause für sie in Deutschland zu finden. Einige Tiere waren schon reisefertig, sodass sie das Glück hatten am Ende unserer Woche vor Ort auf Pflegestellen mit uns reisen zu können. Danke an dieser Stelle an unsere Pflegestellen – euer Einsatz in toll und hilft den Tieren sehr gesehen zu werden und gute Zuhause für sie zu finden.
Auf unserer to-do-Liste standen die viele Verschönerungsarbeiten wie z.B. das Anbringen der weiteren Zwingernummerierung, der Verkleidung der OSB-Platten, damit diese im Herbst und Winter vor Regen und Schnee geschützt sind. Wir haben auch einige neue Wassereimer (Pferdekrippen) mitgebracht und als sehr gut befunden, da diese an die Zäune gehängt werden können und hoffentlich im Winter das Wasser nicht so schnell einfrieren lassen, da sie etwas erhöht vom Boden hängen.
Auch hatten wir wieder für einen Tag unsere rumänischen Sandhelfer eingeplant- bei diesen Temperaturen vor Ort eine eigentlich eine unzumutbare Arbeit, aber sie haben es durchgezogen und unsere Fellnasen freuten sich wieder sehr über den neuen Sand in den Zwingern. Auch die Durchgangswege wurden von Unkraut und rausgedrängten Sand befreit, sodass unser Arbeiter Ovidio die Türen wieder besser öffnen kann und seine tägliche Arbeit einfacher gemacht wird.
Eine besonders wichtige und schöne Aufgabe ist immer die Sozialisierung der neuen Hunde. Gerade bei Welpen ist dies besonders wichtig damit sie nicht zu ängstlichen Hunden aufwachsen. Für ängstliche Hunde ein Zuhause zu finden, ist fast unmöglich.
So bewaffneten wir uns mit kleinen Leckerchen und besuchten unsere neuen Welpen und Junghunde. Da diese leider wenig Menschenkontakt hatten und auch keine Leckerchen kannten, hatten wir nur mäßigen Erfolg sie zu überzeugen, dass wir tolle Menschen sind.
Da wir einige Wochen zuvor, einen Aufruf für das Spenden von Leberwurst in der Tube zur Verabreichung von Medikamenten hatten und viele Spenden davon erhalten hatten, wollten wir es nun damit versuchen und es war der Hit. Wir wissen nicht, was die Hunde so toll finden an der Leberwurst, aber es war super zu sehen wie sich aus ganz vorsichtigen Welpen/ Junghunde hierdurch ganz nach Leberwurst wilde Fellnasen entwickelten. Dabei sind sehr lustige Videos entstanden, die das Ansehen wert sind. Leberwurst schmeckt selbst bei 36 Grad 😊
Auch versuchten wir zumindest für unsere Wasserhündin Greta etwas Abkühlung zu verschaffen und funktionierten eine Plastikwanne zum Minipool um, der echt richtig einladend wirkte. Leider konnte Greta damit gar nichts anfangen- vielleicht weiß sie gar nicht dass sie ein Lagotto Romagnolo ist?
Eine andere kleine Hündin nutzte ihre Wasserschüssel um sich etwas abzukühlen 😉
Aufgrund eines Hinweises fuhren wir nach getaner Arbeit im Tierheim in die Berge und fanden in einem Kohlebergabbaugebiet eine Firma, die viele Straßenhunde versorgt und freuten uns sehr, dass die Tiere gut versorgt wirken. Leider sind die Hündinnen nicht kastriert und so entsteht viel Leid, da die Welpen ungeimpft eine hohe Sterblichkeit haben. Wir ließen ihm viel Trockenfutter dort und vereinbarten „mit Händen und Füssen sprechend“ für unsere nächste Fahrt ihm Herbst eine Kastrationsaktion in diesem Bereich. Über finanzielle Unterstützung hierzu würden wir uns sehr freuen.
Am nächsten Tag begleiteten wir Luiza zu einer „Rumänischen Pflegestelle“- da unser Tierheim mehr als voll ist, bringt sie Tiere bei tierlieben Rumänen unter bis wir einen Zwinger frei haben. Dort versorgt sie die Tiere mit allem Notwendigen und es war schön zu sehen wie liebevoll der rumänische Mann mit den Welpen umging. Dies ist ja leider nicht „normal“ wie bei uns in Deutschland – tierliebe Menschen werden in Rumänien oft als „crazy“ und „sehr speziell“ bezeichnet.
Auch besuchten wir noch Costica, einen älteren Mann, der selbst sehr in einfachen Verhältnissen in der Nähe unseres Shelters wohnt und sich liebevoll um die bei ihm lebenden Katzen und Hunde kümmert. Er freute sich auch sehr über das mitgebrachte Tierfutter und den aus dem Westerwald gespendeten leckeren Kaffee.
So ging die Wochen mit Fotografieren und Registrieren der neuen Hunde und Haarschneideaktionen wieder viel zu schnell um und wir starteten Freitagmittag mit einigen glücklichen Reisehunden wieder nach Deutschland. Die Fahrt verlief stressfrei und staulos und wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Fahrt im Oktober.
Hier noch ein paar Eindrücke aus Rumänien und unseren Hunden:
Ihr Mira-Tierhilfe Team
Liebe Mirafreunde,



































































